IN-LOG trimmt Postpress-Zentrum bei NP Druck auf maximale Effizienz

NP Druck aus dem niederösterreichischen St. Pölten hat eine 16-Seiten-Rotation so ausgestattet, dass sich damit Druckprodukte produzieren lassen, die bisher weitgehend dem Bogenoffsetdruck vorbehalten waren. Damit verbindet das Unternehmen Kreativität und Vielfalt mit der Effizienz des Rotationsdrucks. Um die Effizienz bis in die Logistikkette fortzuführen, hat das Unternehmen ein Postpress-Zentrum von IN-LOG Merten Maschinenbau, Wien, eingerichtet. Aufgrund des hohen Automatisierungsgrades in der Druckweiterverarbeitung ist eine lückenlose Prozesskette entstanden, die voll und ganz auf eine effiziente Produktion ausgerichtet ist.

„Die vielfältigen Möglichkeiten des Inline-Falzens, -Perforierens und -Stanzens sowie der Einsatz von Sonderfarben auf der neuen 16-Seiten-Rotation werden vom Markt gerade bei der Produktion von Magazinen und Prospekten sehr gerne genutzt. Die Kunden erkennen, dass sie sich damit von der Masse abheben und gleichzeitig ihr Image, ihre Produkte oder Dienstleistungen aufwerten können“, fasst der Verkaufs- und Marketingleiter Mag. Peter Jordan die Erfahrungen der letzten Monate zusammen. Mittlerweile hat man die Maschine soweit im Griff, dass man darauf Auflagen ab 5.000 Exemplaren wirtschaftlich produzieren kann. Das geht aber nur, wenn auch abteilungsübergreifend alles wie am Schnürchen läuft.

Ein systemimmanentes Back-up

Die Schnürchen im übertragenen Sinn sind bei NP Druck Förderbänder, die die Druckprodukte von drei der insgesamt vier Rotationen – einer 48- und zwei 16-Seiten – in das neue Postpress-Zentrum transportieren. Da die Druckmaschinen sehr verteilt über das gesamte Firmengelände installiert sind, war dies die erste Herausforderung, die IN-LOG Merten Maschinenbau im Rahmen des Projektes zu meistern hatte. Obwohl NP Druck schon seit mehreren Jahren mit dem Hersteller zusammenarbeitet, wurden die Karten bei dieser Investitionsentscheidung neu gemischt. Insgesamt kamen drei Hersteller in die nähere Auswahl, wobei sich IN-LOG Merten Maschinenbau mit seinem technischen Konzept, das auch die Flexibilität mit sich brachte unterschiedliche Stangenbilder zu integrieren, der hohen technischen Verfügbarkeit sowie der bekannten Servicequalität überzeugen konnte.

Optimaler Materialfluss

Mit dem zentralen Postpress-Zentrum hat man einerseits die Möglichkeit geschaffen, dass alle drei Rotationen entweder auf Stange oder Pakete produzieren können, und anderseits ein systemimmanentes Back-up geschaffen, da in dieser Konfiguration immer eine Produktionsmöglichkeit offen steht. „Wir können unseren Kunden heute eine Produktionssicherheit bieten, die uns zu einem absolut verlässlichen Partner macht“, versichert der Leiter Technik und Produktion, Adrian Fehringer. Parallel dazu wurde der gesamte Materialfluss verbessert und etwa die Sammelhefter und Klebebinder neu angeordnet, um die fünfunddreißigtausend Jahrestonnen an Papier optimal durch den Betrieb zu schleusen. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Rotationen von 45.000 bis 70.000 Zylinderumdrehungen bereiten dem Postpress-Zentrum absolut keine Schwierigkeiten, denn die IN-LOG-Technik hat in der Praxis mehrfach bewiesen, dass sie selbst mit der 90.000er-Generation problemlos klar kommt. Die Produkte bei der Vielfalt möglichst schonungslos und gleichzeitig ohne Geschwindigkeitseinbußen im Postpress-Zentrum zu verarbeiten, war anfangs vor allem für die Mitarbeiter eine Herausforderung. „Doch inzwischen haben sich die Dinge sehr gut eingespielt“, wie Adrian Fehringer versichert.

Rotation und Postpress-Zentrum im Einklang

Um Auflagen ab 5.000 Exemplaren wirtschaftlich zu produzieren, stand für NP Druck die Reduktion der Rüstzeiten und der Makulaturrate an oberster Stelle. „Die 16-Seiten-Rotation wird heute in etwa fünf Minuten umgerüstet und die Makulaturrate liegt gerade einmal bei 500 Exemplaren. Hier muss natürlich auch das Postpress-Zentrum mithalten“, betont Mag. Peter Jordan. Deshalb hat das Unternehmen auch in der Druckweiterverarbeitung die Automatisierung auf die Spitze getrieben. Alle Stellmotoren der IN-LOG-Anlage werden elektrisch angesteuert, sodass sämtliche Aggregate auf Knopfdruck eingestellt werden. Wenn man sich vor Augen führt, dass auf einer der beiden 16-Seiten-Rotationen alle 45 Minuten umgerüstet wird, wird klar, dass das parallele Rüsten des Postpress-Zentrums zur Druckmaschine der kritische Erfolgsfaktor ist, um das Maximum aus den Anlagen heraus zu holen. Mit der Makulaturrate findet man vom Druck über das Postpress-Zentrum bis zum Sammelhefter oder Klebebinder absolut das Auslangen, was eine der weiteren zentralen Vorgaben an die Hersteller war.

Mit der IN-LOG-Technik erreicht NP Druck einen Automatisierungsgrad von etwa 90 Prozent, erläutert Adrian Fehringer. Dass man da und dort etwas nachjustieren müsse sei klar, denn das Papier sei ein nicht zu unterschätzender Einflussfaktor. Da die endgültige Feineinstellung abgespeichert werden kann, entfällt bei wiederkehrenden Aufträgen das Nachjustieren komplett. „Bei 300 Periodika, die wir mittlerweile produzieren, ist dies schon eine enorme Erleichterung“, weiß Mag. Peter Jordan zu schätzen.

Stange sorgt für Leistungssteigerung

Jeweils zwei Rotationen können entweder auf Stange oder Paket produzieren, wobei jeweils eine Roboterzelle das Ablegen auf Palette übernimmt. „Speziell  bei den nachgelagerten Arbeitsschritten, wie dem Heften und Klebebinden,  würde die Stange dazu beitragen, die Leistung zu steigern und die Fehlerquote zu reduzieren“, schildert Adrian Fehringer. Wie weit die Automatisierung heute gehen kann, wird deutlich, wenn man einen Blick auf die beiden zuletzt installierten Sammelhefter wirft. Hier werden die Stangen mit maximal einer Person je Sammelhefter halbautomatische zugeführt und die fertigen Pakete (im Format A5 – A3) mittels eines Roboters ohne manuelle Eingriffe ab gestapelt.

Erfolgt die Produktion auf Pakete, können die Druckprodukte vorher noch auf ihr endgültiges Format gebracht werden. Dazu wurde in die Anlage das IN-LOG Schneidaggregat RT/1140S integriert, das – mit neuer Messertechnologie ausgestattet – selbst bei hohen Geschwindigkeiten und umfangreichen Produkten ein markierungsfreies Schneiden ermöglicht. „Hier hat IN-LOG Merten Maschinenbau wirklich einen großen Schritt nach vorne gemacht, sodass wir trotz der heute vorherrschenden Papierqualitäten mit einem hohen Strichanteil eine bessere Qualität erzielen“, fasst der Leiter Produktion und Technik die Erfahrungen zusammen und führt die höheren Standzeiten als weiteren Vorteil an. Auf dieser Grundlage hat das Unternehmen ein weiteres Schneidaggregat mit dieser innovativen Messertechnologie aufgerüstet.

Professionelles Projektmanagement

Die Umsetzung des gesamten Projektes hat rund eineinhalb Jahre in Anspruch genommen und wurde im März 2016 abgeschlossen. Vor der Abnahme des Postpress-Zentrums wurde die Verfügbarkeit über drei Monate getestet und in dem Zeitraum ist keine Störung aufgetreten. Insgesamt wird das Projektmanagement durch IN-LOG Merten Maschinenbau von Mag. Peter Jordan als sehr professionell beurteilt und bei auftretenden Fragen wurde immer wieder rasch und unbürokratisch nach Lösungen gesucht und umgesetzt.

Die mit der Investition verbundenen Ziele hat man im vollen Umfang erreicht. Die weitgehende Zentralisierung der Postpress-Aktivitäten in einem eigens dafür geschaffenen Zentrum hat zu einer enormen Effizienz-, aber auch Qualitätssteigerung beigetragen. Durch die Stangenbildung kann die Effizienzsteigerung auch in den nachgelagerten Prozessen fortgeschrieben werden. Alles Punkte, die dem Unternehmen helfen, die immer engeren, vom Markt vorgegebenen Zeitfenster, einzuhalten.